Atheisten-Kampagne nun doch in Wien
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Verfasst am: 15. 07. 2009 [16:59]
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Pfaffenfresser
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"Es gibt keinen Gott": Drei Slogans dieser Art werden ab morgen nach langem Tauziehen nun doch in Wien zu lesen sein. Die Kirche bleibt gelassen, der Werberat, der der Kampagne auf den City-Light-Plakaten nur mit knapper Mehrheit zustimmte, hat "Bauchweh". Drei Slogans auf City Lights Mit drei Sujets präsentiert sich die Atheismus-Kampagne: "Es gibt keinen Gott. Gutes tun ist menschlich. Auf uns kommt es an", "Gott ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein tschechischer Schlagersänger. Entspann dich. Er wird dir nichts tun" und der Originaltext derselben Kampagne in Großbritannien "There's probably no God. Now stop worrying and enjoy your life" werden zu lesen sein. Hinter der Aktion stehen drei Organisatoren: AG-ATHE (AtheistInnen und AgnostikerInnen für ein säkulares Österreich), AHA (Allianz für Humanismus und Atheismus) sowie der Freidenkerbund Österreich. Die Kampagne soll auf Diskriminierung aufmerksam machen. Jeder soll glauben, was er will Mit der Kampagne wolle man nicht bekehren, sondern sich gegen die Diskriminierung von Atheisten wehren, sagte Niko Alm von der Agentur, die die Kampagne umsetzt. Es solle öffentliches Interesse dafür geschaffen werden, dass Angehörige von anerkannten Glaubensgemeinschaften Privilegien erhalten, während andere rechtlichen Barrieren ausgesetzt seien. Grundsätzlich solle aber "jeder glauben, was er will", so Alm. Kirche bleibt gelassen Die Kirche steht der Kampagne gelassen gegenüber. "Schon Nietzsche hat behauptet: 'Gott ist tot.' Nach einiger Zeit hat sich herausgestellt, Nietzsche ist tot und Gott lebendig", so Erich Leitenberger, Sprecher der Erzdiözese Wien. Er könne sich schwer vorstellen, dass die Kampagne Spuren hinterlässt. Grundsätzlich sei das Gespräch über Gott und seine Existenz "immer zu begrüßen", allerdings müsse es "auf Augenhöhe und mit großem Respekt vor dem jeweils anderen" geführt werden. Auch in Österreich wird mit Beschwerden gerechnet. Bedenken im Werberat Mehr Probleme mit der Kampagne hat der Österreichische Werberat. Er wurde von der GEWISTA um eine Meinung dazu gebeten, ob die Sujets gegen die Selbstbeschränkungsregeln der Werbewirtschaft verstoßen würden. "Wir sind mit einer sehr knappen Mehrheit zur Überzeugung gekommen, dass auch für den Atheismus das Prinzip der Religionsfreiheit gilt", so Geschäftsführer Markus Deutsch. Allerdings gebe es deutliche Bedenken, dass hier religiöse Diskriminierung vorliege oder religiöse Gefühle verletzt würden. Mit Beschwerden wird gerechnet Die Kampagne war zuvor schon in London und Madrid zu sehen, wo sie von teils heftigen Diskussionen begleitet wurde. Der Werberat rechnet auch in Österreich mit Beschwerden. http://wien.orf.at/stories/375557/ |