
Das Regierungsviertel

Die Wucht der Autobombe

Trümmer auf der Strasse

Die Insel Utøya

Polizeieinsatz

In tiefer Trauer

Anders Behring Breivik

Der Täter nach der Festnahme
Bei den Anschlägen in Norwegen am 22. Juli 2011 kam es um 15:26 Uhr zu einer Explosion in der Nähe eines Regierungsgebäudes im Zentrum von. Bei dieser Explosion acht Menschen getötet und zehn Menschen verletzt. Zwei Stunden später begann auf der Insel Utøya ein Anschlag auf ein Feriencamp der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Der Täter schoss etwa 90 Minuten lang mit einer halbautomatischen Waffe auf die unbewaffneten Opfer. Dabei wurden nach Angaben der Polizei 68 Menschen getötet. Somit kamen bei den Anschlägen insgesamt 76 Menschen ums Leben.
15:26 Uhr - Bombenanschlag in Oslo
Die Explosion einer Autobombe ereignete sich im Regierungsviertel um 15:26 Uhr in der Grubbegata zwischen dem Öl- und Energieministerium und einem 17-stöckigen Hochhaus, in dem mehrere Ministerien und das Büro von Ministerpräsident Jens Stoltenberg sind. In einem Van wurde eine Bombe auf Basis von 950 Kilogramm ANFO, das ist ein Gemisch aus Ammoniumnitrat und Dieselöl, zur Explosion gebracht.
Durch die Explosion wurden acht Menschen getötet und mehrere Gebäude wurden schwer beschädigt. Im Öl- und Energieministerium brannte es in den oberen Stockwerken. Durch die Druckwelle wurden im Umkreis von einem Kilometer die meisten Fenster zerstört und viele Trümmerteile langen in den Straßen rund um den Anschlagsort.
Aufgrund der Vorfälle wurde einige öffentliche Gebäude wie Einkaufszentren und der Hauptbahnhof von Oslo evakuiert. Weiters wurde der Flughafen durch die Polizei abgeriegelt und alle zu- und abfahrenden Fahrzeuge genau kontrolliert. Im Regierungsviertel und in der Innenstadt kamen neben den Rettungskräften auch Militärpolizei und Soldaten der norwegischen Streitkräfte zum Einsatz und errichteten großräumige Absperrungen.
17:00 Uhr - Schießerei auf Utøya
Auf der rund 30 Kilometer nordwestlich von Oslo im Tyrifjord gelegenen Insel Utøya befanden sich etwa 560 Jugendliche in einem Sommercamp, das von der der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei veranstaltet wurde. Von etwa 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr kam es zu einer Schießerei, bei der 68 Menschen getötet wurden.
Der als Polizist getarnte Täter erreichte gegen 17:00 Uhr mit einem Mietwagen die Insel. Zu diesem Zeitpunkt verfolgten viele der Jugendlichen gerade die Berichte über die Explosion in Oslo vor dem Fernseher. Augenzeugen berichteten, dass ein 1,85 bis 1,95 Meter großer blonder Mann mit zwei Schusswaffen bewaffnet das Lager betreten hatte. Der Täter ließ zunächst die Jugendlichen unter dem Vorwand zusammenrufen, er wolle sie über die Ereignisse in Oslo aufklären. Dann eröffnete er unvermittelt das Feuer auf die Jugendlichen. Um 17:27 Uhr verzeichnete das Protokoll der Polizei von Nord-Buskerud den Eingang des ersten Notrufs. Augenzeugenberichten zufolge soll der Täter gnadenlos vorgegangen sein und seine Opfer gezielt hingerichtet haben. Auch auf Jugendliche, die durch den Tyrifjord schwimmend zum 600 Meter entfernten Festland zu flüchten versuchten, schoss er. Der Attentäter verfolgte seine Opfer über die Insel, bis er nach rund 90 Minuten von einer Anti-Terror-Einheit gestellt wurde und sich widerstandslos festnehmen ließ. Auf der Insel fand die Polizei nicht detonierten Sprengstoff. Etwa 150 Jugendliche wurden mit Ausflugsbooten aus dem Wasser gerettet. Einen Tag nach der Tat wurden Stimmen laut, die den Einsatz der Polizei kritisierten. So hatten die Spezialkräfte offenbar zunächst „Schwierigkeiten bei der Beschaffung eines Bootes“, um die Insel zu erreichen.
Anders Behring Breivik - Der Täter
Die Polizei bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass der festgenommene und geständige Verdächtige auch am Tatort in der Osloer Innenstadt gesehen worden sei. Bei dem Verhafteten handelte es sich nach Angaben des stellvertretenden Polizeichefs von Oslo um den zum Tatzeitpunkt 32-jährigen gebürtigen Norweger Anders Behring Breivik. Er ist Eigentümer eines Landwirtschaftsunternehmens in der Gemeinde Åmot. Auf seinen Namen sind zwei Waffen im staatlichen Register eingetragen, darunter eine Pistole vom Typ Glock. Aufgrund seiner früheren Tätigkeiten und Äußerungen wird sein politischer Standpunkt als konservativ, christlich, nationalistisch und antimuslimisch bis hin zu rechtsextremistisch und christlich-fundamentalistisch beschrieben.
Breivik versandte kurz vor der Tat ein rund 1500-seitiges Pamphlet als „Manifest" an 1003 E-Mail-Empfänger, darunter Nachrichtenredaktionen und rechtsgerichtete Politiker. In dem Dokument mit dem Titel "2083 Eine Europäische Unabhängigkeitserklärung" erklärte er unter anderem, wie er die Anschläge vorbereitet hatte.
Die Schrift enthält ein in Tagebuchform geführtes Protokoll über die Vorbereitung der Anschläge. Das Pamphlet besteht in großen Teilen aus einer Zusammenstellung fremder Texte von islamfeindlichen Webseiten. Breivik stilisierte sich in der Schrift als Retter einer christlich-europäischen Ordnung. Er griff dabei rechtspopulistische Ideen sogenannter national-konservativer Intellektueller auf, die einen vermeintlichen Kulturmarxismus, der für eine angeblich geplante Islamisierung Europas verantwortlich gemacht wird, sowie weitere fremde Einflüsse bekämpfen. Nach eigener Darstellung plante Breivik die Tat seit neun Jahren. Weiter schrieb er, er wolle das Pamphlet für die Zeit nach einer möglichen Festnahme in einer "Propagandaphase" nutzen.